Der Koi-Karpfen – Ein ganz besonderer Fisch

Sie gehören zu den beeindruckendsten und teuersten Fischen der Welt: die Koi-Karpfen. Koi steht hierbei für eine Zuchtform des Karpfens. Diese gibt es in unterschiedlichen Farben, mit individuellen Schuppenformen und Mustern.

Auch Größe und Alter, das Kois erreichen können, ist äußerst beeindruckend. So können die Fische bis zu einem Meter lang und nicht selten bis zu 70 Jahre alt werden. Die Untersuchung einiger Schuppen soll angeblich belegt haben, dass ein Koi sogar stolze 226 Jahre erreicht haben soll. Das größte je gemessene Tier wies eine Körperlänge von 153 cm auf.

Beeindruckende Artenvielfalt

Der überwiegende Teil der heute gezüchteten Koi-Karpfen kommt aus Japan. Hier sind viele Züchter bereits seit Generationen ausschließlich mit der Zucht dieser außergewöhnlichen Exemplare betraut.

Dieser Riesenfisch lässt sich derzeit in mindestens 16 Haupt- und mehr als 100 Unterklassen aufteilen. In China galten diese Karpfen aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und der vermeintlichen Gabe, Wasserfälle überwinden zu können, als Verkörperung von Klugheit und Kraft.

Die Anschaffung eines Kois ist bekanntlich nicht sehr preiswert. In Abhängigkeit von Hautqualität, Zeichnung und Körperbau, können ohne Weiteres Summen im fünfstelligen Eurobereich fällig werden.

Anforderungen bei Anlage eines Teichs

Wer die Haltung von Kois in Angriff nehmen möchte, wird sich einer großen Herausforderung stellen müssen. Denn nur dann, wenn ganz bestimmte Bedingungen geschaffen werden, kann das Tier in einem angemessenen Lebensraum sein Wachstumspotential ausschöpfen und auf Jahre hinweg gesund bleiben.

Vorneweg sollte klar sein, wie viele Fische in dem Teich gehalten werden sollen. Eine artgerechte Haltung erfordert pro Koi-Karpfen mindestens einen Wasserumfang von 1.000 Liter. Eine Faustregel besagt, dass mindestens 4-5 solcher Tiere in einem Teich gehalten werden sollten. Der Teich sollte ferner tief genug sein, damit die Fische bedenkenlos ihren Winterschlaf halten können.

Ein Hinweis: Nadelbäume in Teichnähe sind tabu. Denn die herabfallenden Nadeln können das Wasser vergiften und es dadurch versauern lassen. Das Anbringen eines Netzes hält darüber hinaus Reiher und Katzen fern.

Teichfilter

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Filteranlage. Diese muss ausreichend groß sein, um die Qualität des Wassers auf einem optimalen Niveau zu halten und so den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern. Effektiv herausgefiltert werden müssen sowohl Kot wie auch organische Stoffe, damit Werte wie pH, Nitrat und Ammonium auf einem verträglichen Bereich gehalten werden können. Eine permanente Kontrolle und Regulierung der Wasserqualität ist unabdingbar.

Beschattung / Beleuchtung

Bei der Ausgestaltung des Koi-Teichs ist ferner auch die Tatsache zu beachten, dass Koi-Karpfen keine direkte Sonneneinstrahlung mögen. Schließlich sind dies Fische, deren natürlicher Lebensraum aus trüben Gewässern besteht. Weil die Haut dieser Karpfen äußerst empfindlich ist, ist bei klarem Wasser und direkter Sonneneinstrahlung ein Sonnenbrand nicht ausgeschlossen.

Da kein künstliches Tageslicht benötigt wird, ist sogar eine einfache Kellerbeleuchtung völlig ausreichend. Für eine angemessene Beschattung kann die Installation von Brücken oder Stegen, alternativ auch Abdeckvorrichtungen oder Segel, sorgen. Hiermit lassen sich Stressfaktoren vermeiden.

Wasserpflanzen / Wasserqualität

Wer unbedingt Wasserpflanzen in seinen Teich halten möchte, sollte unbedingt auf deren Bewuchs achten. Nimmt dieser überhand, kann die große Menge an organischem Material nicht zeitnah durch Mikroorganismen abgebaut werden, so dass schlussendlich der Sauerstoffgehalt sinkt. Ferner sind organische Stoffe eine ideale Brutstätte für Keime. Einige Parasiten, welche auf den Pflanzen lauern, könnten sich auf der Haut des Koi-Karpfen niederlassen.

Geeignete Wasserpflanzen sind insbesondere Schilf- und Röhrichtsorten, die als natürlicher Filter fungieren und hierdurch den Sauerstoffgehalt im Wasser erhöhen. Von der Nutzung von Regenwasser sollte Abstand genommen werden, da hierbei das Fernbleiben giftiger Stoffe nicht mit absoluter Sicherheit gewährleistet werden kann. Der Umfang des Wasserwechsels sollte ferner beschränkt werden.

Wassertemperatur

Bekanntermaßen haben Teiche keine gleichbleibende Temperatur. Allerdings sind Koi-Karpfen wechselwarme Tiere, die nur bei warmen Wassertemperaturen eine hohe Aktivität aufweisen und viel Fressen. Somit sorgen Temperaturen von 14-18 Grad Celsius im Frühjahr, 20-26 Grad Celsius im Sommer, 15-20 Grad im Herbst und 4 Grad Celsius im Winter (aufgrund des Winterschlafes) für große und kräftig gebaute Kois.

Selbstverständlich sollte auch das Futter optimal auf das Wachstum der Kois abgestimmt werden. Diese fressen unablässig, wenn die Fütterung nicht beendet wird. Mehrere kleine Mahlzeiten sind besser als wenige große.